19. Mai 2021

Glasfasertechnologie macht‘s möglich

Atrio Sander baut stahllose Fenster

Der Profilschnitt macht deutlich, worin der Unterschied zu herkömmlichen Fenstersystemen liegt. Foto: bauelemente bau

Seit dem Sommer letzten Jahres sind die Glasfasertechnologie „ThermoFibra“ und die alternative Armierungslösung „Forthex“ von Deceuninck für Kunden aus der DACH-Region verfügbar. Zu den ersten deutschen Fensterbau-Unternehmen, die das Elegant Kunststoff-Fenster auf der Basis dieser beiden Technologien anbieten, gehört auch die Atrio Sander GmbH mit Sitz in Brakel. Welche Umstellungen dafür in der Produktion nötig waren und wie sich die Profile mit den eingebetteten Endlos-Glasfasersträngen verarbeiten lassen, erfahren Sie im nachfolgenden Bericht.

Bei ThermoFibra handelt es sich um endlose Glasfaserstränge, die in den Außenwandungen der Flügel von Fenstern und Haustüren eingebettet werden, um diese zu stabilisieren. Dadurch entstehen Wandungsstärken von plus/minus sechs Millimetern. ThermoFibra macht die Realisierung von Maximalgrößen bei deutlich geringerem Gewicht möglich. Diese Größen sind sowohl bei weißen als auch bei Fenstern mit Folien mit geringer Wärmeaufladung realisierbar. Der Verzicht auf den Einsatz von Stahl macht zudem verbesserte Wärmedämmwerte bis zu Uf = 0,88 W/m²K beim Fenster möglich.

Thermisch optimierte Armierung

Für die Armierung des Blendrahmens kommt statt der üblichen Stahlverstärkung die thermische Armierung Forthex zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein PVC-Profil mit hart geschäumtem PVC-Kern. Ausgesteift wird das Profil mit integrierten Stahlkabeln in den vier Ecken. Neben der Optimierung der Wärmedämmung bietet die thermische Armierung auch eine deutliche Verbesserung der Auszugswerte für die Beschlagverschraubung. Was unter anderem den Bau von Fenstern möglich macht, die die Anforderungen der Widerstandsklasse RC2 erfüllen.

Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt

„Mich vom Einsatz von Stahl so weit als möglich unabhängig zu machen und den Aufwand für die Lagerung und Verarbeitung zu reduzieren, war für mich schon länger ein Thema. Ich habe mir daher bei Fensterbau-Kollegen deren Technik zur Verklebung angesehen. Dass sich der Stahlpreis dann so entwickeln sollte, konnte ich bei der Entscheidung für die Einführung von Elegant mit ThermoFibra und Forthex nicht ahnen“, freut sich Markus Berg, Geschäftsführer von Atrio Sander, über seine Entscheidung. Verarbeitet wird das glasfaserverstärkte System seit Februar dieses Jahres.

„Neu im eigentlichen Sinn ist die Technik nicht, denn in Westeuropa werden schon seit einigen Jahren Deceuninck-Profile mit Thermo-Fibra verarbeitet. Besonders erfolgreich sind wir damit in Spanien. Auf Grund der hohen thermischen Belastung entscheiden sich viele Fensterbauer für die Profilvariante. Das hat zu Folge, dass wir dort den Umsatz mit ThermoFibra um 25 Prozent steigern konnten“, berichtet Jörn Schütte, Regionalleiter Norddeutschland bei der Deceuninck Deutschland GmbH.

Geringer Umstellungsbedarf

Bei der Einführung des neuen Fenstersystems wird gemeinsam mit dem Kunden in Abhängigkeit vom Maschinenpark und der Absaugung das passende Konzept erarbeitet. Die Stäube, die beim Sägen und Bearbeiten der Profilstäbe entstehen sind zwar nicht lungengängig und damit nicht gesundheitsschädlich, der direkte Hautkontakt wie bei Mineralwolle aber doch eher unangenehm. „Da unser Bearbeitungszentrum ohnehin verkapselt ist, waren keine zusätzlichen Maßnahmen nötig, kann also wie gewohnt abgesaugt werden“, erläutert Berg.

Investieren musste der Betrieb wegen der hohen Schmirgelwirkung (Abrasivität) des Materials dagegen in Sägeblätter und Fräser mit Diamantbestückung. Ein Zurückfräsen der Glasfaserstege ist allerdings nicht notwendig. Für das Verschweißen der Profile ist der Einsatz des Parallel-Schubverfahrens nötig, um zu gewährleisten, dass sich die Stege auf Druck wegbiegen. Über die Technik verfügt das Unternehmen schon seit dem letzten Jahr dank der Investition in eine hydraulische Schweißmaschine von KMW.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der kommenden Ausgabe von bauelemente bau, welche am 24. Juni druckfrisch verschickt wird.

Auf die Homepage von Atrio Sander gelangen Sie über diesen Link…

…und zu Deceunick geht es hier entlang.

 

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