26. Februar 2018

Nadelöhr beseitigt

Bereits angedacht ist, den Spritzroboter mit einem System zur Überwachung der einwandfreien Funktion der Düsen nachzurüsten.

Damit könnte der Roboter einige Stunden auch autark, sprich ohne Überwachung durch einen Mitarbeiter, eingesetzt werden. Foto: bb.

In vielen Holzfensterbau-Betrieben wird bei den Investitionen der Fokus auf den Maschinenpark und kurze Taktzeiten gelegt, dabei die Oberflächenbeschichtung vielfach vernachlässigt. Hans-Joachim Böck, Geschäftsführer des gleichnamigen Fensterbau-Unternehmens im schwäbischen Osterberg, hat sich zusätzlich für die Investition in eine Oberflächenbeschichtung im industriellen Maßstab und den Einsatz eines Spritzroboters entschieden. Damit wurde das Nadelöhr in der Fertigung beseitigt und der Weg frei gemacht, um die im Betrieb steckenden zusätzlichen Kapazitäten ausschöpfen zu können.

Investition in die Zukunft

Auf der Suche nach Möglichkeiten, die Kapazitäten des Betriebes weiter auszubauen, hatte Böck auch eine Reihe von Kollegen besucht. „Dabei wurde schnell klar, dass wir mit der Investition nur in Maschinen nicht wirklich weiter kommen. Denn nicht nur bei uns war die Oberfläche das Nadelöhr und damit das Problem".

Somit war die Entscheidung für die Investition in eine neue Beschichtungsanlage gefallen. Damit hatte Böck zwei gleich wichtige Ziele verknüpft. Zum einen sollte mit der modernen Oberflächenbeschichtung im industriellen Maßstab die Voraussetzung für eine konstant hohe Qualität geschaffen werden.

„Die Beschichtung erfolgte bisher händisch. Dies haben die beiden dafür verantwortlichen Mitarbeiter zwar gut, aber doch immer ein wenig anders gemacht, sei es auf Grund der Ergonomie oder der Tagesverfassung", macht Böck deutlich. Zum anderen war ihm daran gelegen, mit der Schaffung eines ergonomisch gestalteten Arbeitsplatzes die Mitarbeiter körperlich zu entlasten und die Ausfallzeiten durch Krankschreibungen zu reduzieren. „Die Mitarbeiter haben bisher wie zu Großvaters Zeiten - mit Gummistiefel, Schürze, Atemmaske und Handschuhen ausgestattet - die Fenster händisch getaucht", berichtet Böck.

Nicht weniger belastend war es - in den Sprühnebel der Luftbefeuchtung gehüllt - den ganzen Tag die Spritzpistole in der Hand zu halten, dabei auch über Kopf arbeiten zu müssen. Mit der neuen Anlage ist jetzt ein angenehmes, entspanntes Arbeiten möglich. Dazu tragen neben dem Spritzroboter auch die Hebe- und Absenkstationen in der Spritzkabine beziehungsweise am Schleif- und Sortierarbeitsplatz maßgeblich bei, die ein ergonomisches Arbeiten möglich machen. Händisch gespritzt werden nur noch Leisten. Dies ist in der Regel in 10 Minuten erledigt.

Holzlager weicht neuer Beschichtung

Den ersten entscheidenden Schritt hatte Böck schon im Frühjahr 2016 gemacht. Hierzu wurde die Halle, in dem das Unternehmen bisher sein Holz gelagert hatte, umgewidmet und damit ein von der spanenden Fertigung räumlich getrennter Beschichtungsbereich geschaffen. Dieser bietet mit der Klimatisierung und der Steuerung der Luftfeuchtigkeit die optimalen Bedingungen. Den Zuschlag für die neue Anlage erhielt die italienische Finiture s.r.l. Das in der Nähe von Padua in Oberitalien ansässige Unternehmen produziert schon seit 50 Jahren Oberflächenanlagen für unterschiedlichste Anwendungen.

Mehr dazu finden Sie in der Märzausgabe von bauelemente bau, die neben der vollständigen Fassung dieses Berichtes auch die ausführliche Messevorschau zur Fensterbau Frontale sowie zur Holz-Handwerk umfasst.

Hier geht es auf die Internetseite des Lieferanten der Oberflächenanlage.

Hier die Kontaktdaten des Fensterbauers.

 

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